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Der YETI Trailhead Camp Chair ist der Campingstuhl mit Armlehnen, der neben der offenen Heckklappe stehen bleibt und bis zu 225 Kilo trägt. Er ist kein Leichtgewicht für den Rucksack, nichts fürs Lagerfeuer und er hat keine Liegeposition.
Der YETI Trailhead Camp Chair ist der Campingstuhl von YETI für Leute, die am Wochenende dort sitzen, wo ihr Auto steht. Cars and Coffee um sieben, Klapptisch an der Heckklappe, Standzeit im Fahrerlager. Sechs Kilo, zwei Farben, Navy und Charcoal, und man steht daraus auf wie von einem Esszimmerstuhl statt sich aus einer Kuhle hochzuwuchten.
Der Unterschied fällt nicht beim Hinsetzen auf, sondern in der vierten Stunde. Wer schon einmal auf einem Baumarktstuhl gesessen hat, bis das Rennen vorbei war, kennt den Moment, in dem man aufsteht und den Rücken erst wieder sortieren muss. Genau dieser Moment kommt hier nicht.
Praxistipp von Detailing1: Der häufigste Fehler passiert in den ersten zwanzig Sekunden. Die meisten ziehen die Ecken auseinander, drücken die Armlehnen bis zum Klick nach unten und setzen sich hin. Der Spanner hinter der Rückenlehne bleibt unbeachtet, das Gewebe hängt durch, der Rücken bekommt keine Stütze.
Leg den Spanner ein, bis das Gewebe vollständig straff steht. Erst dann trägt die Konstruktion so, wie sie soll, und der Stuhl fühlt sich an wie das, was er gekostet hat. Wer das einmal gemacht hat, macht es nie wieder anders.
Der Trailhead Camp Chair steht in rund zwanzig Sekunden. Ecken auseinanderziehen, beide Armlehnen bis zum Klick nach unten drücken, Spanner hinter der Lehne einlegen, fertig.
Das Ritual sieht auf jedem Platz gleich aus. Heckklappe auf, Tasche vom Haken, Reißverschluss, Stuhl raus. Bis der Nachbar seinen Kofferraum sortiert hat, sitzt du schon. Die Anleitung klebt übrigens als Aufkleber auf den Armlehnen, was man beim ersten Mal braucht und danach nie wieder anschaut.
Der Becherhalter liegt bei und lässt sich links oder rechts unter die Armlehne hängen, je nachdem, welche Hand die Tasse hält. Er nimmt die 20- und 30-Unzen-Becher genauso wie die 26-Unzen-Flasche, dazu jede handelsübliche Dose. Für die Anfahrt bleibt der Isolierbecher im Becherhalter des Autos und wandert am Platz einfach an den Stuhl.
Was das Sitzen ausmacht, merkst du nach der ersten halben Stunde. Das Gewebe ist gespannt, nicht gepolstert, und es gibt genau so weit nach, dass es sich an den Rücken legt statt eine Kuhle zu bilden. Du sitzt aufrecht wie an einem Tisch, nicht halb liegend wie in einem Regiestuhl. Deshalb kann man an ihm auch essen.
Auf Roadtrips mit dem Wochenendauto ist er der Grund, warum man an einem Aussichtspunkt tatsächlich anhält. Zwei Stühle raus, Heckklappe hoch, und aus einer Pinkelpause wird eine Stunde. Auf einem Treffen steht er die Standzeit über neben dem Auto und wird zum Platz, an dem sich der Gesprächskreis bildet, während der Nachbar auf seinem Klapphocker balanciert.
Am Ende des Tages geht es genauso schnell zurück, rund eine halbe Minute. Die Tragetasche hat gepolsterte Gurte, die du über eine Schulter wirfst oder als Rucksack nimmst. Für die zweihundert Meter vom Stellplatz zur Boxengasse reicht das, und du hast beide Hände frei für Tisch und Kühltasche.
Das FlexGrid Gewebe ist UV-beständig, aber weder flammhemmend noch durchstichfest. Funkenflug vom Grill oder vom Feuer hinterlässt Löcher, und die kommen nicht wieder heraus.
YETI verzichtet bewusst auf Flammschutzmittel und begründet das mit gesundheitlichen Bedenken. Nachvollziehbar, und trotzdem eine Grenze. Der Stuhl gehört an die Heckklappe, an den Klapptisch und in die zweite Reihe am Feuer, nicht in die erste. Wer ihn regelmäßig direkt an die Glut stellt, sucht nach zwei Saisons ein Ersatzgewebe, das es nicht gibt.
Die zweite Grenze ist das Packmaß. Zusammengelegt sind es 109 Zentimeter, das ist länger als die meisten Kofferräume breit sind. Der Stuhl fährt längs mit, nicht quer, und wer klein gewachsen ist, bekommt ihn beim Tragen in die Waden. Sechs Kilo trägt man gern zweihundert Meter und ungern zwei Kilometer.
Daran hängt auch die Kaufentscheidung innerhalb der Reihe. Wenn der Stuhl oft und weit getragen wird, ist der leichtere Campingstuhl der Reihe mit rund vier Kilo und ohne Armlehnen die ehrlichere Wahl. Wenn er vom Kofferraum an den Platz geht und dort bis abends stehen bleibt, dieser hier. Dazwischen gibt es nichts, das beides gleich gut kann.
Und drei Dinge kann er einfach nicht. Die Rückenlehne hat genau eine Position, es gibt keine Liegefunktion, wer zurückkippen will, sitzt im falschen Stuhl. Es gibt kein Netzfach und keine Seitentasche, das Handy liegt auf der Armlehne oder im Gras.
Und es liegt genau ein Becherhalter bei, kein zweiter. Der ist außerdem aus Gewebe statt aus einer festen Schale, weshalb eine große Flasche darin weich steht und bei einem Stoß gegen die Armlehne kippen kann. Das ist die am häufigsten wiederholte Kritik in allen Tests, und sie stimmt. Wer zu zweit sitzt und beide Getränke am Stuhl haben will, kauft den zweiten Halter dazu.
Der Trailhead Camp Chair lohnt sich für Leute, die denselben Stuhl über Jahre mitnehmen und ihn im Fahrerlager wiedererkennen. Für den einen Sommerabend im Jahr ist er zu viel Stuhl.
Man sieht ihn auf denselben Plätzen wie im Jahr davor, in derselben Farbe, mit denselben Schrammen am Rahmen. Er beult nicht, er reißt nicht an den Nähten auf, und er bekommt keinen Riss an der Stelle, an der billiger Kunststoff nach zwei Saisons aufgibt. Das Gewebe verzieht sich nicht, weil es gespannt und nicht genäht arbeitet.
Die Farbwahl ist praktischer, als sie klingt. Charcoal schluckt Schotterstaub und Kaffeespritzer und sieht nach drei Saisons noch aus wie am Anfang. Navy ist auf einem vollen Platz aus hundert Metern wiederzufinden und passt neben so ziemlich jeden Lack, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Wer sein Auto pflegt statt es zu verbrauchen, kauft selten das Lauteste und fast nie das Billigste. Er kauft das, was in fünf Jahren noch da ist. Dieselbe Haltung steckt im ganzen YETI Sortiment, und im Fahrerlager sieht man sie einem Stuhl schneller an als dem Lack daneben.
Vor unserem Showroom in Nordhorn stehen an Treffen-Wochenenden zwei Sorten Stühle. Die einen werden abends in den Müll gestellt, weil die Naht am Sitz aufgegangen ist. Die anderen wandern zurück in die Tasche. Das ist der eigentliche Unterschied, und er zeigt sich nicht am ersten Tag.
Der Handgriff, den kein Hersteller aufschreibt, kommt nach dem Platz. Spül die vier Gelenke des überkreuzten Rahmens einmal mit klarem Wasser durch und schwenk sie trocken, bevor der Stuhl in die Tasche geht. Splitt und Salz setzen sich genau dort ab, wo der Rahmen beim Zusammenlegen aneinander vorbeigleitet, und arbeiten dort wie Schleifpaste. Du merkst es erst in der dritten Saison, wenn der Aufbau anfängt zu haken. Zwanzig Sekunden am Wasserhahn, und das passiert nie.











