€206.88 Ursprünglicher Preis war: €206.88€86.88Aktueller Preis ist: €86.88.
Der YETI Hondo ist der tief sitzende Campingstuhl von YETI: vier Lehnenpositionen, ein Getränkehalter und der Schultergurt liegen bei, und er steht auf zwei durchgehenden Kufen statt auf vier Punktfüßen. Er ist kein Stuhl auf Tischhöhe, keiner mit Tragetasche und keiner für den Platz direkt am Grill.
Der YETI Hondo Campingstuhl ist der Klappstuhl von YETI für Leute, die das halbe Wochenende neben ihrem Auto verbringen und dabei nicht auf einem wackeligen Gestell balancieren wollen. Er wiegt gut fünf Kilo, klappt flach zusammen, trägt bis 159 Kilo und lässt sich in vier Stufen von aufrecht bis fast liegend zurückstellen. Getränkehalter und Schultergurt sind dabei.
Halb sieben, der Platz ist noch halb leer, die Scheiben beschlagen von außen. Du ziehst den Stuhl aus dem Kofferraum, klappst ihn neben der offenen Beifahrertür auf, drückst die Armlehnen runter, fertig. Zwei Stunden später sitzt du immer noch, während die anderen im Halbkreis um eine Motorhaube stehen und abwechselnd das Gewicht verlagern.
Praxistipp von Detailing1: Der häufigste Fehler steckt im Verstellen. Fast jeder zieht an der Armlehne, während er noch mit dem Rücken in der Lehne hängt, dann blockiert die Verriegelung und man ruckelt. Richtig geht es so: kurz aufrichten, Gewicht nach vorn, beide Armlehnen anheben, nach hinten ziehen, wieder runterdrücken bis es einrastet. Zweiter Punkt für den Kofferraum: Ein Stuhl, der nass oder salzig zusammengeklappt eingeräumt wird, riecht in der zweiten Saison. Erst offen an die Luft, dann einpacken.
Der YETI Hondo Campingstuhl steht auf zwei durchgehenden Längskufen statt auf vier Einzelfüßen. Deshalb sinkt er auf Schotter, Wiese und Sand nicht einseitig ein und kippt nicht weg.
Das merkt man genau dort, wo Campingstühle sonst nerven. Auf dem geschotterten Fahrerlager sucht sich ein Punktfuß eine Lücke zwischen zwei Steinen, und ab da sitzt der halbe Stuhl schief. Die Kufen verteilen das Gewicht über die gesamte Länge, du sitzt gerade, und wenn du dich zurücklehnst, verlagert sich nichts. Auf gemähtem Gras nach zwei Regentagen gilt dasselbe.
Aufbau ist eine Bewegung. Aufklappen, hinsetzen, Armlehnen runter. Die Lehne rastet in vier Winkeln ein, und die Wasserfall-Kopfstütze ist der Grund, warum man in Stufe vier tatsächlich einschläft statt nur so zu tun. Das Netzgewebe im Rücken trocknet schnell, also ist der Stuhl auch nach der Nacht im Tau nach zehn Minuten Sonne wieder trocken.
Wo der Stuhl steht, ist dabei keine Zufallsentscheidung. Im Schatten der offenen Heckklappe hast du den Klapptisch in Reichweite und das Auto im Blick, ohne dich zu drehen. Und weil der Hondo tief sitzt, liegt deine Augenhöhe ungefähr auf Höhe von Schweller und Radhaus statt auf dem Dach. Das ist die Perspektive, aus der man ein Auto stundenlang anschaut, ohne dass es langweilig wird.
Der Getränkehalter wird eingehängt, links oder rechts, je nachdem wo der Klapptisch steht. Er ist tief genug für die großen Flaschen, und das ist keine Kleinigkeit: Der klassische Netzhalter am billigen Klappstuhl kippt genau dann um, wenn ein Isolierbecher drinsteht, der schwerer ist als eine leere Dose. Wer das einmal auf einer hellen Ladekante hatte, weiß, warum das hier zählt.
Die Sitzfläche liegt hinten rund 20 Zentimeter über dem Boden. Das macht ihn kippstabil und bequem, aber es macht ihn auch zum Stuhl für Leute, die sitzen bleiben wollen.
Wenn du auf dem Treffen alle fünf Minuten aufstehst, weil jemand über den Motorraum reden will, dann ist der YETI Hondo Campingstuhl der falsche. Aus 20 Zentimetern steht man anders auf als von einer Sitzhöhe um die 42 Zentimeter. Wenn dein Wochenende dagegen aus Hinsetzen, Kaffee und zwei Stunden Zuschauen besteht, ist genau das der Punkt. Für die andere Hälfte gibt es den Campingstuhl auf Sitzhöhe, der zusätzlich 225 Kilo trägt und mit Tragetasche kommt.
Die 159 Kilo Traglast sind die zweite Zahl, über die man vorher nachdenkt. Sie reichen für die allermeisten, liegen aber deutlich unter den 225 Kilo des Trailhead. Wer schwerer ist oder den Stuhl gern mal mit einem Kind auf dem Schoß belegt, greift besser zum höheren Bruder. Bis zu dieser Grenze verliert das Gewebe laut Hersteller seine Spannung nicht.
Dritte ehrliche Grenze: Der Hondo klappt flach, aber nicht klein. Zusammengelegt ist er rund 67 Zentimeter breit und 74 Zentimeter hoch, dabei keine 17 Zentimeter dick. Er verschwindet also nicht in einer Ecke des Kofferraums, er braucht eine Fläche. Eine Tragetasche liegt nicht bei, nur der Schultergurt, und der schlägt kleineren Leuten beim Gehen gegen die Beine.
Und er hat keinen Flammschutz. YETI verzichtet darauf bewusst und begründet das mit den Chemikalien, die dafür nötig wären. Praktisch heißt das: Ein Funke vom Grill oder aus der Feuerschale brennt ein Loch ins Gewebe, und Brandschäden deckt die Garantie nicht. Der Stuhl gehört an die Heckklappe, nicht in die Windrichtung neben die Glut.
Der eigentliche Punkt bei einem Stuhl in dieser Preisklasse ist nicht der erste Sommer, sondern der dritte. Entscheidend sind dabei zwei Dinge: der Rahmen und das, was du nach dem Wochenende mit ihm machst.
Der Rahmen ist pulverbeschichtetes Aluminium, die Armlehnen sind Nylon. Es gibt hier keine Stahlrohre, die von innen Rost ansetzen, und keine Nieten, die sich im Salz zerlegen. Das Gewebe ist UV-beständig und behält seine Spannung, statt nach zwei Saisons in der Mitte durchzuhängen. Das Ergebnis ist ein Stuhl, den man nicht wegräumt, weil er unansehnlich geworden ist, sondern weil der Herbst kommt.
Die Pflege ist entsprechend kurz. Nach einem staubigen Tag reicht der Gartenschlauch, hartnäckiger Dreck geht mit milder Seife und einer weichen Bürste ab. Nach Salz oder Sand spülst du ihn ausdrücklich ab, damit nichts in den Gelenken bleibt. Gelagert wird er nicht in der Dauersonne, sonst blasst die Farbe aus, und das sieht man an Navy schneller als an Seafoam.
Gekauft wird der YETI Hondo Campingstuhl von Leuten, deren Wochenende an einer Strecke, auf einem Platz oder an einem Stellplatz stattfindet und die dort ankommen, statt vorbeizufahren. Für den Wanderweg ist er zu breit und zu schwer, für das Campingwochenende mit drei Umzügen gibt es Leichteres. Als Klappstuhl, der zehn Jahre neben demselben Auto steht, ist er schwer zu schlagen.
Bei der Farbe ist die Entscheidung praktischer, als sie klingt. Navy schluckt Staub, Handabdrücke und den grauen Film, den ein Schotterplatz auf allem hinterlässt. Seafoam sieht neben einem dunklen Auto besser aus und zeigt dafür jeden Fleck. Wer den Stuhl überwiegend benutzt, nimmt Navy. Wer ihn hinstellt, weil er zum Rest passen soll, nimmt Seafoam. Dieselbe Denkweise findest du im ganzen YETI Sortiment wieder.
Der Handgriff, den kein Hersteller aufschreibt, betrifft das Einladen. Der zusammengeklappte Hondo wird gern quer auf die lackierte Ladekante gelegt und dann hineingeschoben, und genau dabei ziehen die beiden Alukufen zwei feine Striemen in den Klarlack, die man erst abends im Streiflicht sieht. Leg eine Outdoor-Decke über die Kante oder heb den Stuhl die letzten 20 Zentimeter wirklich an. Das ist derselbe Reflex, mit dem du auch die Kamera nicht auf dem Kotflügel absetzt.











